Über Kontakte von David’s Familie konnten die beiden in einer alten Halle mit noch älterem Maschinenpark loslegen. Der etwa 75-jährige Besitzer dieser Halle hatte freundlicherweise einige Freunde aufgeboten, welche die beiden in ihrem Vorhaben unterstützen sollten. Am ersten Morgen um 7 Uhr konnte es losgehen. Carlo und David, mit vollem Optimismus, wurden direkt überrascht und fanden eine Gruppe von “älteren Herren”, welche sie mit einer Flasche Palinka begrüßten. Das konnte ja heiter werden.

Nicht zu entmutigen, legten die Männer los. Es dauerte ein bis zwei Tage und sie mussten mit Erschrecken feststellen, dass sie nie fertig werden würden. Zu viel Arbeit lag vor ihnen und zu hoch waren ihre Ansprüche an das fertige Produkt. Den versprochenen Liefertermin zu verschieben, war aber keine Option. Also blieb nichts anderes übrig, als Tag und Nacht zu arbeiten. Vielleicht zwei bis drei Stunden Schlaf lag im Zeitplan. Aus Mangel an Alternativen teilten sie sich ein Bett und wichen somit selbst in diese Stunden nicht von der Seite des anderen.

Dazwischen wurde gefräst, gedreht, geschweißt, gebohrt und vieles mehr. Der Schlafmangel machte ihnen zu schaffen. Es ging so weit, dass Carlo fast kollaborierte und David ihn dann quasi vom Boden wieder aufsammeln musste. An einem anderen Tag ereignete sich ein Beinah-Unfall. Carlo stand direkt vor der Drehscheibe und kann von Glück reden, dass er nicht ernsthaft verletzt wurde. Was ist passiert? Die Einspannvorrichtung, ein massives Metallteil, welches extrem schnell rotierte, spickte etwa 15 Meter durch die Halle. Durch die hohe Drehzahl entstand dabei eine Kraft, die man sich kaum vorstellen kann.

Einem Unglück nur knapp entkommen, arbeitete die Männergruppe weiter und schaffte es tatsächlich zwei bis drei Tage vor Deadline die Elektronik zum Laufen zu bringen. Getestet und für gut befunden, mussten sie jetzt nur noch die einzelnen Teile verbinden und alles zusammen bringen. Dumm nur, dass nach dem Schweißen nichts mehr funktionierte. Was nun? Die Ursache war schnell gefunden. Das Schweißen musste einen Kurzschluss bei der Elektronik ausgelöst haben. Die ganze Arbeit der letzten Tage war umsonst und Carlo und David wussten keinen Weg, das Produkt noch irgendwie zu retten.

Carlo sah sich damit gezwungen den Kunden anzurufen und nachzufragen, wie schlimm es wäre, das System ohne LED Lights zu liefern. Die Idee stieß auf wenig Begeisterung und er bestand auf die ursprüngliche Vereinbarung. Damit war eine weitere Nachtschicht angesagt. Ob es die beiden in der verbleibenden Zeit hinbekommen haben, doch noch ein funktionierendes System auszuliefern? Seien Sie gespannt auf den dritten und letzten Akt von “Der erste Deal”.