Vanessa: Hallo Gery, wir haben viel zu besprechen. Legen wir am besten direkt los. Was mich zuerst interessiert - Wie bist du zu Zippsafe gekommen?

Gery: Hallo Vanessa, vielen Dank für die Einladung. Es lief folgendermaßen. Anfang 2020 war ich bei Hocoma abgetreten, hatte mich im Frühling aber noch kaum mit der Jobsuche befasst. Ich reiste erst mit meiner Familie durch Tansania und kurz nachdem wir zurückkamen, wurden wir mit der Corona-Pandemie konfrontiert. Wir waren plötzlich viel zuhause und ich wusste nicht recht, ob ich mich irgendwo bewerben soll oder erst einmal die frisch gewonnene Zeit genießen möchte. Und dann kam schon bald eine LinkedIn- Nachricht von Anja Oswald, Verwaltungsrätin von Zippsafe.

Vanessa: Mit der Anfrage für das Präsidium des Verwaltungsrates bei Zippsafe?

Gery: Ganz genau. Die Anfrage war direkt und kam aus dem Nichts, denn ich hatte ja nicht so intensiven Kontakt zu Anja. Wir hatten uns vor vielen Jahren an der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes kennengelernt und sind uns seither im Business-Kontext immer mal wieder begegnet. Ich war also echt überrascht und habe gleich den Hörer in die Hand genommen.

Vanessa: Interessant. Was hat sie erzählt?

Gery: Genau weiss ich es nicht mehr. Ich kann mich allerdings noch gut erinnern, wie sie gesagt hat, dass für die Suche des künftigen Verwaltungsratspräsidenten von Zippsafe eine umfassende Kriterienliste erstellt wurde. Bei mir konnten sie offensichtlich überall einen Haken dahinter setzen. (lacht)

Vanessa: Das scheint dich direkt überzeugt zu haben. (lacht) Wie ging es dann weiter?

Gery: Ihr erster Pitch hat mich auf Anhieb neugierig gemacht. Was ich auf die Schnelle über Zippsafe herausgefunden habe, ebenso. Somit war für mich klar, ich muss die Menschen dahinter kennenlernen. Also habe ich sehr rasch ein erstes Treffen mit Carlo und Jonathan vereinbart.

Vanessa: Offensichtlich konnten sie dich da für Zippsafe gewinnen. Was hat dich gereizt?

Gery: Allgemein hatte ich, für das Alter von Zippsafe, einen extrem professionellen Eindruck des Unternehmens. Gleichzeitig erkannte ich schnell den Drive aller Beteiligten mit Zippsafe etwas Großes zu schaffen und die Welt der Aufbewahrungslösungen zu revolutionieren. Die starke Bereitschaft sich auszutauschen und dazuzulernen, hat mich begeistert.

Vanessa: Lernen ist ein gutes Stichwort. In welchen Themenbereichen hast du am meisten Potential gesehen, deine Erfahrung einzubringen?

Gery: Nun, Hocoma und Zippsafe sind in vielen Punkten sehr ähnlich. Die Wertschöpfungskette ist sehr breit. Von Innovation und Produktentwicklung über Produktion, bis zum Verkauf und der Installation kommt alles aus einer Hand. Auch war ich mit Hocoma bereits im Gesundheitssektor aktiv. Zwar haben wir Rehabilitationsgeräte und nicht Garderobenlösungen verkauft, trotzdem kämpft Zippsafe mit denselben Herausforderungen der Branche. Zippsafe vertreibt ebenfalls Investitionsgüter, Entscheidungszyklen sind lang und die Komplexität im Verkaufsprozess ist nicht zu unterschätzen. All diese Parallelen haben mich zuversichtlich gestimmt, dass ich das eine oder andere einbringen und Zippsafe optimal unterstützen kann.

Vanessa: Davon sind wir alle überzeugt. Nachdem wir uns darüber unterhalten haben, was dich zu Zippsafe gebracht hat, interessiert es mich nun brennend, wie du die ersten Monate erlebt hast. Du bist im August 2020 gestartet, wie ging's los?

Gery: Es ging erstmal nach Budapest. Das Onboarding war genial, gute Leute, gutes Essen, mein persönliches Zippsafe Highlight 2020. Die drei Tage waren unglaublich wertvoll und ich konnte einen umfassenden Eindruck gewinnen. Das Büro und die Produktionshalle in Ungarn haben mich echt beeindruckt. Trotz der jungen Firmengeschichte fand ich eine strukturierte Organisation und eine hohe Professionalität vor. Vielleicht noch wichtig zu erwähnen: Dasselbe gilt auch für die Schweiz. In Ungarn werden einem die Dimensionen des Geschäfts aber erst so richtig bewusst.

 

 

Vanessa: Es könnte fast der Eindruck entstehen, dass es für dich gar nicht mehr so viel zu tun gibt. Nicht langweilig?

Gery: (lacht) Im Detail ist da schon noch einiges zu tun. Ich habe mit Hocoma den gleichen Prozess ja quasi schon einmal durchlebt. Es ist schön zu sehen, dass meine Erfahrungen gehört werden und zu Diskussionen anregen. So soll es sein.

Vanessa: Seit dem Start mit deinem Unternehmen sind rund 20 Jahre vergangen. Was hat sich in der Zwischenzeit verändert?

Gery: Die Art und Weise wie Leute zusammenarbeiten ist eine andere, ganz klar. Mir gefällt diese Dynamik, die Zippsafe auszeichnet. Moderne Tools und Arbeitsbedingungen erlauben es sehr schnell Lösungen voranzutreiben und zu entwickeln.

Vanessa: In einem Unternehmen mit knapp 30 Mitarbeitenden bestimmt etwas leichter als in einem Unternehmen mit hunderten oder gar tausenden Leuten.

Gery: Absolut. Zippsafe befindet sich an einem sehr spannenden Punkt. Wir entwickeln Prozesse und Strukturen, die es uns erlauben langfristig zu skalieren. Hier eine gesunde Balance zu finden und keine unnötigen Hürden für Innovation aufzubauen, ist die große Herausforderung.

Vanessa: Das Thema Innovation greife ich direkt auf. Wo soll die Reise hingehen?

Gery: Meiner Meinung nach wird die Innovationskraft von Zippsafe oft etwas unterschätzt. Ich finde es besonders spannend zu sehen, dass wir hier Innovation in einem Produkt erleben, was auf den ersten Blick einfacher nicht sein könnte. Genau hier sehe ich enormes Potential. Gleichzeitig muss der Markt dafür erst aufgebaut werden. Diese Entwicklung benötigt anfangs etwas Zeit.

Vanessa: Da gebe ich dir recht. Ich würde mich mit dir sehr gerne auch über die Zukunft austauschen. Beim nächsten Mal sollten wir uns unbedingt darüber unterhalten, was wir aus deiner Sicht von Zippsafe im neuen Jahr erwarten dürfen…