Beginnen wir im Jahr 2018 mit dem Berner Kaufhaus Loeb, als Zippsafe noch in den Kinderschuhen stand. Das Einkaufszentrum bestellte ein Zippsafe System, so dass Besucher/innen Wertsachen und Jacken während dem Einkaufen deponieren können. Das System sollte in den 5. Stock zum Service Point gebracht werden. Bei der Anlieferung wurde jedoch festgestellt, dass kein Warenlift vorhanden war. Initial bestand die Idee, das System über die Rolltreppe zu transportieren. Schnell wurde diese aufgrund der fünf Stockwerke jedoch wieder verworfen. Folglich kam der Gedanke, das Schliessfachsystem über den Personenlift zu befördern. Obwohl in der Theorie machbar, sah die Praxis anders aus. Damit das System im Aufzug Platz fand, hätte es zum Ein- und Ausladen mehrmals um die eigene Achse gedreht werden müssen – äusserst mühsam bei einem Gesamtgewicht von fast 200 kg. Aufgeben war allerdings keine Option. Um das Gewicht auszubalancieren und das System im Aufzug einfacher zu drehen, wurde eine massgeschneiderte Holzbox von einem befreundeten Schreiner angefertigt. Von der Box ummantelt konnte das System reibungslos ins 5. Obergeschoss transportiert werden.

Ein ähnliches Problem trat bei einer Installation in einem Einkaufszentrum in Riga auf. Unsere beiden Gründer David Ballagi und Carlo Loderer flogen 2018 gemeinsam in die Hauptstadt Lettlands, um die smarte Schiessfachlösung im Riga Plaza in Betrieb zu nehmen. Erneut war der Aufzug zu klein. Weil die Garderobe im 2. Stock platziert werden sollte, blieb nur der Weg über die Rolltreppe. Die beiden jungen Herren transportierten das System entsprechend zusammen mit vier Angestellten des Shoppingcenters. Die Kommunikation gestaltete sich aufgrund von Sprachbarrieren schwierig, trotzdem kam alles heil oben an und das Riga Plaza erhielt neue Garderobenlösungen für ihre Gäste. Seit diesen Geschehnissen wird stets geprüft, ob ein Warenlift vorhanden ist. Darüber hinaus wird ausgemessen, wie sich Platzverhältnisse präsentieren und ob unser System durch Türen und in Aufzüge passt.

Das wohl grösste Spektakel spielte sich dieses Jahr im St. Claraspital ab. Das Krankenhaus in Basel bestellte weitere 13 Schränke der neuesten ZippSpace Generation. Die Garderoben, in welchen die Systeme platziert werden sollten, befanden sich im 2. Untergeschoss und waren mit dem Aufzug nicht erreichbar. Also griffen wir zu einer aussergewöhnlichen Lösung: Jedes einzelne System wurde mit einem Kran über eine Öffnung im Boden in die Umkleiden transportiert. Ist der direkte Weg zu den Personalgarderoben nicht gewährleistet, kann nicht immer ein Kran zur Hilfe gezogen werden. Im Centre Hospitalier de Wallonie picarde in Belgien sollte 2021 ein Containergebäude mit vier unserer Schliessfachsysteme ausgestattet werden. Im Vorfeld wurde klar, dass die Gänge zu wenig Platz für den Transport boten. Entsprechend wollte man die Wände des Gebäudes erst errichten, nachdem Zippsafe bereits platziert war. Weil das Vorhaben zeitlich nicht aufging, blieb nichts anderes übrig, als die Systeme demontiert zu liefern und vor Ort aufzubauen. Am Installationstag wurde erkannt, dass der schnellste Weg vom Laster zum gewünschten Platz über das Fenster der Umkleiden lag. Zwei Zippsafe Mitarbeitende transportierten bei einer Aussentemperatur von minus zwei Grad 1.6 Tonnen Einzelteile vom LKW über das Fenster in die Personalgarderoben. Darauf folgte dann der Aufbau an Ort und Stelle.

Eine letzte Geschichte von ebenso beispielhafter Zippsafe-Teamarbeit war unsere erste Installation im Städtischen Klinikum Karlsruhe. Kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie war die Einreise für unser Montage-Team aus Ungarn nicht möglich. Weil der Kunde jedoch eine Teststellung über die folgenden drei Monate plante und sich danach über weitere Investitionen entscheiden wollte, musste eine Lösung her. Nicht nur war das Montage-Team nicht verfügbar. Auch konnten wie zuvor nur Einzelteile angeliefert werden. Die Teststellung erfolgte zudem nicht in regulären Umkleiden. Die beiden Räumlichkeiten befanden sich im Keller mit zwei hohen Stufen am Eingang und die Decken waren zu tief, um die Garderobenlösung komplett montiert anzuliefern. Also mussten für die Montage Zippsafe Teammitglieder/innen aus der Schweiz und Deutschland antraben. Acht mehr oder minder handwerklich begabte Mitarbeitende bauten gemeinsam die acht Systeme über zwei Tage von A bis Z auf. Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt – Karlsruhe hat im letzten Jahr bereits eine grössere Bestellung nachgereicht und ist bis dato die zweitgrösste Installation Deutschlands.

Wie Sie sehen, verläuft nicht jede Installation ganz reibungslos und bedarf gewisser Kreativität und Problemlösungskompetenzen. Nichtsdestotrotz haben wir es bis anhin stets geschafft, alle Systeme erfolgreich in Betrieb zu nehmen. Wir sind gespannt, welche aussergewöhnlichen Installationen in Zukunft auf uns warten, Sie auch?